Hyperthermie
Hyperthermie
Hyperthermie bedeutet übersetzt “Überwärmung”. Schon in der griechischen Antike hat man den therapeutischen Nutzen erkannt. In der Medizin wird durch künstlich erzeugte Überwärmung lokaler Regionen, Organe oder des ganzen Körpers eine heilende Wirkung im Körpergewebe provoziert.
Der Einsatz der Hyperthermie als Therapieform gegen Krebserkrankungen wurde erstmals von Hippokrates in der Behandlung von Brusttumoren dokumentiert. Auch im gesamten Mittelalter wurde die Hyperthermie erwähnt, jedoch aufgrund unzureichender Erhitzungsmethoden nie zu einer gängigen Behandlungsmethode entwickelt. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde es möglich, mittels elektromagnetischer Felder, Energie zuzuführen, wobei diese Methode allerdings erst vor ca. 30 Jahren durch technischen Fortschritt zu einer ausgereiften Form des Energieeintags in der Hyperthermie weiterentwickelt werden konnte. Dank neuer Technologien wird die Hyperthermie heute weltweit erfolgreicher denn je eingesetzt, bedarf aber mehr Akzeptanz.
Siehe auch: Deutsche Gesellschaft für Hyperthermie und hyperthermie-zentrum-freiburg.de sowie unsere eigene Hyperthermieeintragung der Praxis für ambulante Hyperthermie Dresden.
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Fieber ist, zum Einen, als eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers zu verstehen, welche, solange nicht lebensbedrohlich, nicht unterdrückt werden sollte. Die Fieberreaktion führt zu einer Stimulation und damit zu einem Training des Immunsystems, welches infolge dessen wesentlich stabiler wird. Durch die entstehende Wärme kommt es zu einer Weitstellung der Gefäße und damit zu einer Verbesserung der Durchblutung.
Andrerseits können hohe Temperaturen im biologischen Gewebe zellzerstörend wirken. Durch bestimmte begleitende Maßnahmen, wie Kombination mit Überzuckerung (Hyperglykämie) und erhöhten Sauerstoffanteil (Hyperoxämie), steigt die Sensivisität von Tumorzellen gegenüber thermischen Einflüssen. Damit steigt die Selektivität zwischen gesunden und kranken Zellen. Viel Forschungsarbeit ist noch nötig, damit aus diesen Grundgedanken Therapien entstehen, die ganz selbstverständlich in den schulmedizinischen Leistungskatalog integriert sind.
Onkologie/Krebstherapie
Als "vierte Säule" wird die Hyperthermie von der Deutschen Krebshilfe in der Therapie gegen Krebserkrankungen inzwischen angesehen.
In der Regel wird die Hyperthermie parallel zu einer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie durchgeführt.
Als Resultat zahlreicher Forschungen konnte gezeigt werden, dass die Tumorüberwärmung durch Hyperthermie zu Wachstumshemmung von Tumorzellen und zu Tumorverkleinerungen, bis hin zur Tumorheilung führen kann.
Chronische Krankheiten
Die Hyperhermie hat ein weites Indikationsspektrum für therapieresistente Krankheiten. Z.B.:
- Rheumatische Krankheiten
- chron. Rückenschmerzen - Ischialgien
- Fibromyalgie (s. RCT-Studie 2007)
- Arthrose
- Neuralgien
- Asthma bronchiale
- Neurodermitis
- Migräne
- Arterielle Hypertonie
- Morbus Bechterew
- u.v.m.
Ähnlich wie beim natürlichen Fieber, bei dem die Selbstheilungskräfte des Organismus angeregt werden, wird durch die Hyperthermie die Mikrozirkulation verbessert, der Stoffwechsel intensiviert, Regulationsstarren durchbrochen und der Heilungsprozess in Gang gesetzt. Der Stoffwechsel und das Immunsystem werden aktiviert, Tumore können schrumpfen und chronische Entzündungen können akut oder demaskiert werden (Hyperthermie in der modernen medizinischen Behandlung von Dr. med H. Sahinbas).
Bei der Krebstherapie wird mittels Hyperthermie Tumorgewebe von außen überwärmt, wobei das umliegende gesunde Gewebe durch die Hitze nicht geschädigt wird. Durch intensive thermobiologische Grundlagenforschung, die seit den 70er Jahren betrieben wird, wissen wir heute, dass Temperaturen ab 40,5° C in bösartigen Geweben zytotoxisch wirken können, d.h. eine zellabtötende bzw. wachstumshemmende Wirkung auf Tumore haben. Die Technik der z.B. lokoregionalen Tiefenhyperthermie erzielt eine Erwärmung der Tumorzellen mittels hochfrequenter Wellen, wodurch es zu einer Tumorhypoxämie (Sauerstoffmangel) und Entwicklung eines intrazellulären sauren Milieus sowie zu einer Nährstoffverarmung im Tumor kommt. Hierdurch wird der Zellstoffwechsel erheblich gestört, so dass dies letztendlich zum Tod der Krebszelle (Apopthose) führen kann.
Ein weiterer Effekt der Hyperthermie ist die deutliche Aktivierung des körpereigenen Immunsystems. Die Hitze führt zu Veränderungen der Krebszellen, so dass diese besser von gesundem Gewebe unterschieden werden können. Dies bewirken so genannte "Hitzeschockproteine", die den Abwehrzellen als Erkennungszeichen dienen. Diese Proteine erscheinen bei Überwärmung auf den Oberflächen von Tumorzellen, nicht aber auf "gesunden" Zellen.
In der Regel wird die Hyperthermie parallel zu einer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie durchgeführt. Die Hyperthermie erzielt in der Regel eine Wirkungsverstärkung der anderen Therapieformen am Tumor. Im Einzellfall kann sogar eine bislang unwirksame Chemotherapie und/oder Strahlentherapie dann doch eine Wirksamkeit entwickeln. Die Hyperthermie kann also die Effekte der konventionellen Therapien substanziell verbessern. Als Resultat zahlreicher Forschungen konnte gezeigt werden, dass eine Tumorüberwärmung zu Wachstumshemmung von Tumorzellen und zu Tumorverkleinerungen bis zur Tumorheilung führen kann.
